Zum Zeitpunkt vor meinem Wechsel besass ich Kameras von drei Herstellern: Canon, Sony und Olympus. Bis in den Herbst 2020 hinein funktionierte mein Mantra, nur Kameras eines Herstellers zu besitzen, eigentlich ganz gut. Und dann kam der Black Friday. Die Fuji X100V war plötzlich zu einem echten Schnäppchenpreis erhältlich. Eigentlich sollte sie nur als Deko in meinem Regal stehen. Ja, ich kaufte eine Kamera einzig deshalb, weil mir ihre Optik gefiel.

Da war noch alles in Ordnung - Foto von Claudio Schwarz | @purzlbaum auf Unsplash
Da war noch alles in Ordnung - Foto von Claudio Schwarz | @purzlbaum auf Unsplash

Ein paar Jahre zuvor hatte ich schon einmal eine Fuji ausgeliehen, kam damals mit der Bedienung aber überhaupt nicht zurecht. Im Nachhinein war das ein wenig wie bei den Sony Menüs. Viele, die Sony nicht nutzen, lästern darüber, obwohl sie sich oft nie wirklich damit beschäftigt haben. Ich sage deshalb immer: Wer sich nicht ernsthaft damit auseinandergesetzt hat, sollte auch kein vorschnelles Urteil fällen. Und genau das war rückblickend wohl auch mein Fehler bei Fuji. Ich hatte mich zu wenig damit beschäftigt und trotzdem schon eine Meinung gebildet.

Die Fuji X100V ist keine Vollformatkamera wie meine Sonys, sondern eine APS C Kamera. Bei Fuji entspricht das einem Crop Faktor von 1.5. Die fest verbaute 23mm f2 Linse entspricht damit ungefähr einem 35mm Equivalent.

Auf YouTube begann ich, mich intensiver mit Fuji zu beschäftigen. Besonders hängen geblieben sind mir dabei Videos von Roman Fox. Mit der Zeit gefielen mir die Farben, die Fuji produzierte, immer besser. Und irgendwann griff ich ganz selbstverständlich statt zur Sony zur Fuji. Was soll ich sagen? Es machte unglaublich Spass.

Foto von Claudio Schwarz | @purzlbaum auf Unsplash
Foto von Claudio Schwarz | @purzlbaum auf Unsplash

Ich merkte schnell, dass ich je nach Kamera anders fotografiere. Sony ist für mich vor allem das System, wenn es auf Verlässlichkeit, Geschwindigkeit und professionelle Resultate ankommt. Gerade beim Autofokus spielt Sony für mich in einer ganz anderen Liga. Fuji war und ist in diesem Bereich spürbar weiter weg, was für anspruchsvolle oder schnelle Situationen einen echten Unterschied macht.

Das ist keineswegs als Wertung gegen Sony gemeint, im Gegenteil. Ich schätze das Sony System sehr, gerade weil es zuverlässig liefert und für mich im professionellen Umfeld hervorragend funktioniert. Fuji hat mir einfach wieder stärker dieses unbeschwerte Gefühl zurückgegeben, bei dem das Fotografieren selbst im Vordergrund steht.

Vielleicht ist genau das der eigentliche Unterschied für mich: Sony ist für mich das System, wenn es auf Leistung, Tempo und Verlässlichkeit ankommt. Fuji ist für mich das System, wenn ich freier, intuitiver und ohne grossen Resultatdruck fotografieren möchte. Gerade auf Reisen schätze ich das sehr, denn dort möchte ich Bilder oft möglichst direkt so mitnehmen, wie sie aus der Kamera kommen, ohne sie später noch gross bearbeiten zu müssen. Im Urlaub möchte ich fotografieren, aber nicht zwingend nachträglich wieder am Rechner sitzen.